Kämpfen für unsere Zukunft statt für ihre Kriege!
Mobilisierung für den nationalen Jugendstreik vom 20.–22. November 2026
Wir rufen alle jungen Menschen in der Schweiz dazu auf, im Herbst dem Streikaufruf ihrer Mitstreiter*innen in ganz Europa zu folgen.
Die Krisen unserer Zeit treffen die Jugend mit voller Wucht!
Junge Menschen wachsen in einer immer instabileren Welt auf. Die Angriffe auf die Kaufkraft, den Service Public und die Demokratie sowie die Kriege und die Folgen der Klimakrise nehmen immer stärker zu. All dies hat Auswirkungen auf junge Menschen, sei es auf ihre (körperliche und psychische) Gesundheit, ihre Lebensqualität oder ihre Hoffnungen für die Zukunft. Diese Krisen werden verschärft durch die Austeritätspolitik der bürgerlichen Rechten. Das ist kein Zufall, sondern die logische Entwicklung eines Systems, das die Profite der Reichen über Menschenleben stellt und die Reichsten aus Krieg Profit schlagen lässt.
Die Schweiz im Zentrum eines Europas der Aufrüstung
Anstatt die eigentlichen Probleme anzugehen, folgt die Schweiz dem europäischen Trend der Aufrüstung auf Kosten des Sozialstaats. Die Militärausgaben in Europa und der Schweiz werden massiv erhöht. Während Europa Programme wie „ReArm Europe“ mit Ausgaben von 800 Milliarden plant, will die Schweiz für den Zeitraum 2025–2028 bis zu 29,8 Milliarden Franken für die Armee ausgeben.1
Gleichzeitig wird die Wehrpflicht in vielen europäischen Ländern verstärkt. In Deutschland verwandelt sich der „freiwillige Wehrdienst“ zunehmend zu einer Wehrpflicht. In Frankreich wird der freiwillige Militärdienst wieder eingeführt. Auch in der Schweiz tragen die wiederholten Angriffe auf den Zivildienst und die Bestrebungen zur Einführung eines obligatorischen Tages dazu bei, unsere Generation auf den Krieg vorzubereiten.
Die Reichen profitieren, alle anderen bezahlen den Preis
Die Remilitarisierung Europas ist ein Versuch, die eigene globale Vorherrschaft aufrecht zu erhalten und dafür immer die Interessen der Reichsten auf Kosten der Bevölkerung des sogenannten globalen Südens zu verteidigen. Die Trump-Regierung in den USA, verbündet mit Israel, steht an vorderster Front der westlichen Mächte und ihrer Aufrüstung. Von Palästina bis zum Sudan, vom Libanon bis zum Iran, von Venezuela bis Kuba, vom Kongo bis zur Ukraine – Menschen auf der ganzen Welt leiden unter den imperialistischen Angriffen. Konkret: Besetzungen, militärische Angriffe, Sanktionen, koloniale Herrschaft und Völkermord, begangen im Namen westlicher politischer und wirtschaftlicher Interessen. Auch die Schweizer Regierung unterstützt das aktiv durch die Fortsetzung ihrer militärischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit!
Sparen bei der Jugend, Milliarden für die Armee
Die massive Aufrüstung hat einen Preis und die Regierungen in ganz Europa haben beschlossen, die Jugend dafür zu opfern. In der Schweiz will die Regierung das Armeebudget auf 1 % des Bruttoinlandprodukts erhöhen. Das sind jährlich mehr als 8 Milliarden und die Rechnung dafür bezahlen wir in Form von Sparpaketen. Allein 2027 sollen 1,4 Milliarden Franken eingespart werden – und in den folgenden Jahren noch mehr. Parallel dazu plant der Bundesrat, die Mehrwertsteuer über einen Zeitraum von 12 Jahren um 0,5 % anzuheben, um satte 24 Milliarden in einem speziellen Fonds für Rüstungszwecke zu stecken.
Damit wird deutlich, wer die Milliardenrechnung für die Aufrüstung bezahlt. Während Milliarden in die Armeefinanzierung fliessen, wird der Rotstift bei Bildung, Gesundheitsversorgung und anderen öffentlichen Dienstleistungen angesetzt und die Bevölkerung muss mehr Steuern und Abgaben bezahlen.
Stattdessen: Eine lebenswerte Zukunft für die Jugend
Wie lässt sich die Finanzierung von Waffen und Kampfflugzeugen rechtfertigen, wenn es immer schwieriger wird, eine Wohnung und Arbeit zu finden, ein Studium zu finanzieren, sich zu ernähren und sich medizinische Versorgung leisten zu können? Junge Menschen haben bessere Lebens- und Bildungsbedingungen verdient, ansonsten wird die psychische Belastung immer weiter steigen. Anstelle von Kürzungspaketen brauchen wir Investitionen in bezahlbaren Wohnraum, eine kostengünstige Gesundheitsversorgung für alle, anständige Lebensmittelpreise sowie eine beständige Finanzierung von Bildung und Forschung.
Hinter dem falschen Vorwand von Sicherheit bereichern die Milliarden an Investitionen in Kriegsmaterial genau die Industrien, die auf Profit aus Krieg und Zerstörung setzen. Die einzigen, die wirklich davon profitieren, sind die Reichsten und ihre Konzerne. Diese Entscheidungen gefährden die jungen Generationen unmittelbar, gerade in einer Zeit, in der öffentliche Investitionen angesichts der Klimakrise mehr denn je notwendig sind.
Über öffentliche Dienstleistungen hinaus braucht die Jugend tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. Damit wir eine sichere Welt hinterlassen und jungen Menschen eine gute Zukunft ermöglichen können, braucht es jetzt eine soziale und ökologische Transformation. Nur so ist eine friedliche, nachhaltige und gerechte Zukunft für alle möglich.
Unsere Generation kämpft eure Kriege nicht!
Am 20. November werden junge Menschen aus der Schweiz und anderen europäischen Ländern gemeinsam Widerstand gegen die Politik für Krieg, Abbau und Kapitalismus der westlichen Regierungen leisten. Wir kämpfen für unsere Zukunft, nicht für ihre Kriege! Deshalb fordern wir:
- Ein Ende der Armeebudgeterhöhungen und der Abbaupolitik im Namen der Kriegstreiberei. Stattdessen: Investitionen in die soziale Sicherheit, das öffentliche Bildungswesen, das Gesundheitswesen, den Wohnungsbau und den Klima- und Umweltschutz.
- Ein Ende der Schweizer Mitwirkung an imperialistischen Angriffen, sei es durch Finanzmittel, Forschung oder Kriegsmaterialexport sowie von Dual-Use-Gütern und -Technologien.
- Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit für alle. Beenden wir den Klimawandel und die Zerstörung der Umwelt.
- Für eine gleichberechtigte Gesellschaft: die Stärkung der demokratischen Grundrechte, das Ende von Rassismus und Patriarchat sowie die Niederlage der extremen Rechten in allen Ländern.